Kloster Stift zum Heiligengrabe

Erster Filmabend

Filmabend zum Shoa Gedenken
Freitag, 27. Januar 19.00 Uhr
Auf Wiedersehen, Kinder
Regie und Buch: Louis Malle – 105 Minuten

»Auf Wiedersehen, Kinder« erzählt lebensnah und sensibel die Geschichte der Freundschaft zwischen Julien Quentin und Jean Bonnet, beide 12jährig, beide Schüler im französisch-katholischen Internat Petit-College d’Avon im Jahr 1944.

Der Film basiert auf Kindheitserinnerungen des Regisseurs Louis Malle (1932–1995). Wie viele andere katholische Schulen nahm das Petit-College jüdische Kinder heimlich auf, um sie vor der Verfolgung der Nazis zu retten. Malle hat den Tag nie vergessen, an dem die Nazis eine Razzia im Petit-College durchführten und drei jüdische Schüler und den Rektor verhaftete (Pater Jacques im realen Leben, Pater Jean im Film). Schüler und Lehrer stellten sich in einer Reihe auf, als das kleine Grüppchen weggebracht wurde; der Priester drehte sich zu allen um und sagte: »Au revoir, les enfants«. Auf Wiedersehen, Kinder. Die drei Jungen starben in Auschwitz. Der Priester, mit bürgerlichem Namen Lucien Bunuel, pflegte und betreute seine Mitinsassen im Lager Mauthausen, mit denen er auch seine Rationen teilte. Er starb dort vier Wochen nach Ende des Krieges.

Eine der herausragenden Tugenden von Louis Malles Film besteht darin, wie natürlich er den Alltag im französischen Internat im Jahr 1944 lebendig werden lässt. In die Schulklasse kommt einen Tag nach Weihnachten ein Neuer mit Namen Jean, dessen jüdische Identität geheim bleiben soll. Natürlich hänseln die anderen den Neuankömmling, und Julien ist anfangs mit dabei. Aber nach und nach, durch eine Reihe von Zeichen, die so subtil sind, dass die anderen Jungs sie nicht einmal bemerken, findet Julien heraus, dass Jean ein Geheimnis hat. Nach und nach wächst zwischen Julien und Jean eine tiefe, schicksalhafte Freundschaft.

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