Kloster Stift zum Heiligengrabe

Museum

Zur Geschichte des Museums

Das Museum im Kloster Stift zum Heiligengrabe ist eines der ältesten Museen Brandenburgs. 1909 von der damaligen Äbtissin Adolphine von Rohr (1855-1924) und dem Maler und Prähistoriker Paul Quente als Heimatmuseum für die Prignitz gegründet, erfreute es sich in der Bevölkerung mit seinen frühgeschichtlichen und heimatkundlichen Ausstellungsstücken von Beginn an großer Beliebtheit.

Nachdem das Museum zwar gegen Kriegsende 1945 etliche Verluste erlitten hatte, jedoch nicht gänzlich zerstört worden war, wurde es kurze Zeit später aufgelöst. Die Reste seiner Sammlung kamen 1947 nach Kyritz, von wo aus sie in den folgenden Jahren auf die umliegenden neu gegründeten Kreismuseen der Prignitz verteilt wurden. Zahlreiche frühgeschichtliche Funde, die einst einen wesentlichen Bestandteil der überaus bemerkenswerten Sammlung ausmachten, wurden 2003 dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege überantwortet.

1997 wurde durch einen Verein die Museumsarbeit wieder aufgenommen. Erste kleinere Präsentationen folgten. Jedoch fand erst seit der großangelegten Schau „Preußens FrauenZimmer“ 2001, für die eigens das historische Stiftshauptmannshaus – ein spätklassizistischer Bau von 1838 – im Erdgeschoss rekonstruiert worden war, das Museum wieder weit über die Region hinaus Beachtung. Im Fokus nachfolgender Ausstellungen standen vor allem Themen rund um die Geschichte des Klosters. 2007 eröffnete eine erste Dauerausstellung, für die sich der »Verein zur Entwicklung des Kultur- und Museumsstandortes Kloster Stift zum Heiligengrabe e.V.« stark gemacht hatte. Seine Mitglieder entstammten der Gemeinde Heiligengrabe, waren kommunale Gewerbetreibende und kamen aus dem Kloster Stift.

Im Rahmen einer zwischen 2004 – 2013 bestandenen Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz suchte das Museum seine Ausstellungen mit religiösen Themen im interkonfessionellen Kontext zu erweitern. In diesem Zusammenhang wurde das Erdgeschoss des Ostflügels der Abtei für museale Zwecke restauriert. Eine Pilotausstellung widmete sich bereits 2004/05 der Marienfrömmigkeit in Polen („Maria – Königin der Polen“). Diese wie auch eine weitere Ausstellung unter dem Titel „Sehnsucht nach Jerusalem – Heilige Gräber“ schöpften hauptsächlich aus der Sammlung Gertrud Weinholds „Das Evangelium in den Wohnungen der Völker“ im Berliner Museum Europäischer Kulturen.

Nachdem die Ausstellungsflächen im Stiftshauptmannshaus zugunsten einer Gemeinschaftsschule 2014 aufgegeben wurden, konzentrierte sich die Museumsarbeit nunmehr räumlich auf den Ostflügel der Abtei, wo in der Folge zwei weitere Sonderausstellungen („Kreuze – Skulpturen und Bilder von Andreas Dorfstecher“, 2012, und „Preußens Töchter – die Stiftskinder von Heiligengrabe 1847-–1945“, 2013/16) zu sehen waren.

Seit Mai 2017 ist hier nun, inmitten der Abtei, die neu konzipierte und gestaltete Dauerausstellung zur Klostergeschichte zu sehen. Der ebenfalls inzwischen für Besucher erschlossene obere südliche Kreuzgang, welcher in mittelalterlicher Zeit als Verbindung zwischen Abtei und Nonnenempore diente sowie ein wichtiger Ort der Kontemplation für die geistliche Frauengemeinschaft war, ist der Geschichte des ehemaligen Heimatmuseums gewidmet, das hier von 1909 bis 1947 seinen Platz hatte.