Kloster Stift zum Heiligengrabe

28. – 30. April 2017

Positionen zum Judentum

Martin Luther, Elisabeth Schmitz, Nelly Sachs

Das 500 jährige Jubiläum der Reformation fordert heraus, sich mit Luthers judenfeindlicher Position und deren Wirkung im 20. Jahrhundert zu befassen.

Zugleich mit dieser Auseinandersetzung werden zwei weitere gewichtige Stimmen zu Wort kommen: Die Berliner Studienrätin Elisabeth Schmitz (1893–1977) hat als protestantische Christin bereits 1935 eine Denkschrift zur Judenverfolgung in Deutschland verfasst. 1938 (Reichspogromnacht) traf sie die mutige Entscheidung, den Schuldienst zu verlassen und stellte sich fortan der Bekennenden Kirche für ehrenamtliche Dienste zur Verfügung.

Die assimilierte Jüdin Nelly Sachs erlebte den nationalsozialistischen Terror im Berlin der 30er-Jahre als Trauma. Zunehmend vertiefte sie sich in das bis dahin fremde jüdische Erbe. Im schwedischen Exil widmete sie ihr dichterisches Werk der Vernichtung ihres Volkes und entdeckte dafür im Alten Testament sowie jüdischer Mystik Sprachbilder und Glaubenstiefe.

In Vortrag, Lesung, Textarbeit werden die drei Positionen zum Judentum entfaltet und diskutiert.

BeginnFreitag, 18:00 Uhr, mit thematischem Abendgebet
EndeSonntag, nach dem Mittagessen
Tagungsbeitrag100 Euro
TeilnehmerzahlMin. 12
Herberge in der Abtei / Vollpension140 Euro
Gästezimmer Einkehrhaus / Vollpension116 Euro
Leitung

Pfarrerin Sibylle Biermann-Rau, Tübingen (»An Luthers Geburtstag brannten die Synagogen – eine Anfrage«, Stuttgart 2014)
Äbtissin Dr. Erika Schweizer